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Die Geschichte des Kleinspielfeldes beginnt mit einer kühnen Idee und „null Mitteln“, wie sich Christoph Heimes und Lothar Wittwer von der Jugendabteilung im Rückblick erinnern. Der Plan: Man könnte den Bolzplatz neben dem Sportgelände doch in ein Kleinspielfeld mit Kunstrasen umfunktionieren.

Den Anstoß dazu hatte ein Schreiben der Stadt Lennestadt vom 16. August 2016 an die Elsper Ratsmitglieder gegeben, die Nutzung der Bolzplätze des Ortes zu erfassen. „Da konnten nur noch Maulwürfe drauf spielen“, beschreibt Christoph Heimes den Zustand des Platzes, den die Stadt aus Kostengründen gerne rückgebaut haben wollte. Auf der anderen Seite mochte der Verein aber nicht auf den Platz als zusätzliches Trainingsgelände verzichten, denn der Sportplatz war mehr als ausgebucht. „Es wäre tragisch, wenn der Bolzplatz wegkäme, denn einmal weg, immer weg“, sagt Christoph Heimes.

Gute Zusammenarbeit mit der Stadt

Ein „bisschen blauäugig“ wurde in der Jugendabteilung das Konzept Kleinspielfeld ausgeheckt und Anfang September mit dem SSV-Vorstand abgestimmt. Ihr könnt alles machen, nur keine neuen Schulden nach den hohen Ausgaben beim Umbau des Vereinsheimes, hieß es.

Bei einem Ortstermin am 26. Oktober stellten Christoph und Lothar das Projekt Bürgermeister Stefan Hundt vor. Das Gespräch in Kürze: „Das ist ja eine super Idee“, sagt Hundt. Wer gibt den Startschuss? „Den geben wir jetzt.“ So unproblematisch sollte sich auch in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen Verein und Stadt gestalten, unterstützt durch die Elsper Ratsvertreter Dorothe Happe, Stefan Schneider und Sebastian Sonntag.

Die Zahlen lösen Ernüchterung aus

Als dann die ersten seriösen Angebote auf dem Tisch lagen, erfasste die Planer Ernüchterung und leichter Schwindel. „Bei einer Gesamtsumme von zunächst fast 65.000 Euro und ohne jegliche Eigenmitteln schien das ein unmögliches Unterfangen“, sagt Christoph Heimes. Selbst nach der Zusage des Rates der Stadt, das Projekt mit 20.000 Euro zu unterstützen, blieben 45.000 Euro zur Finanzierung offen. „Und den Zuschuss bekommen wir nur, wenn wir garantieren, alles über 20.000 Euro zu übernehmen. Wie sollten wir das machen, bei null Mitteln?“ Resignieren kam nicht in Frage. In den kommenden Wochen und Monaten konnten Eigenleistungen berechnet und die Angebote verfeinert sowie großzügige Sponsoren für wichtige Gewerke gefunden werden. Mit Andreas Behle (Geschäftsführer von Straßen- und Tiefbau) konnte ein starker Partner gefunden werden. Am Ende blieben 30.000 Euro übrig, die der Verein irgendwie zusammenbringen musste.

Crowdfunding und Sponsorenlauf

Das Crowdfunding der Volksbank Bigge-Lenne (siehe Interview) katapultierte die Finanzierung richtig nach vorn. Das Motto: Viele spenden einen kleinen Beitrag, um ein großes Projekt zu unterstützen. In diesem Fall sollte Geld für den Kunstrasen-Belag zusammenkommen. Am 1. März 2016 ging das Projekt online. „Mit unserem Maskottchen Elsbär war schnell ein Gesicht für die Vorstellung unseres Projektes auf der Voba-Crowdfunding-Plattform gefunden“, sagt Christoph, „nach einer exakt einer Woche hatten wir 100 Fans gewonnen, damit konnten wir um Spenden werben.“ Bei den gut besuchten Aufführungen der Volksbühne Sauerland („Der Zauber des Krugerhofes“) wurde ein realistisches Modell des Kleinspielfeldes gezeigt, am Ortseingang von Elspe ein 2x3 Meter großes Banner aufgestellt, Berichte in den örtlichen Medien veröffentlicht.

„Kinder laufen, was das Zeug hält“

Enorme Schubkraft für die Aktion entwickelte der von Beginn an geplante Sponsorenlauf der Kinder am 6. Mai, den Elke Knappe, Heike Behrendt-Diehl und Sascha Milisavljevic organisiert haben. Die Kids haben sich ihre persönlichen Sponsoren gesucht, pro Sportplatzrunde - bei den Kleinen 200 m -, sollte ein frei zu wählender Betrag gespendet werden. „Was dann folgte, haben wir so nicht erwartet“, sagt Lothar Wittwer, „die Kinder sind gelaufen, was das Zeug hält und haben dem ein oder anderen Spender die Farbe aus dem Gesicht getrieben. Allein dieser Veranstaltung haben wir es zu verdanken, dass wir die magische Grenze von 10.000 Euro überschritten haben.“ Durch das Co-Funding der Volksbank kamen weitere 1.920 Euro hinzu, der symbolische Verkauf von Quadratmetern schlug sich noch einmal segensreich in der Finanzierung nieder.

Dann konnte es losgehen

Am 19. Mai signalisierte die Stadt Lennestadt, dass die von Bürgermeister Hundt unterzeichneten Werksverträge an die Firmen Straßen- und Tiefbau GmbH und Polytan versendet wurden, am gleichen Tag wurde die Platzgröße von 13x20 Metern vermessen und abgesteckt. Es konnte losgehen.

Und dann stand da plötzlich ein Bagger auf der Flur. Klein, aber fein und für die Baggerfahrer Kalli Menne, Fritze Schneider und Mario Eckel für vier Wochen ein unverzichtbares Arbeitsgerät. Am 23. Mai rupft das Gerät die einbetonierten Pfosten der alten Zaunfelder an einer Kette heraus, die Grasnarbe wird abgetragenen, bis zum 27. Mai der Bodenaushub erledigt. Zwischendurch muss Baggerchen an die Tanke, dort gibt Kalli ihm neuen Stoff. Bei den zahlreichen nachfolgenden Arbeiten, Aushub abfahren, Drainage legen, Schotter einplanieren, abziehen, walzen, Randsteine setzen, Pflaster besorgen und legen, ein Loch in den Zaun des Sportplatzes schneiden und eine Verbindungstür einbauen, undundund, „haben die vielen Helfer aus dem Verein und dem Ort funktioniert wie eine gut geölte Maschinerie“, lobt Christoph Heimes, „innerhalb eines Jahres ein solches Projekt bis zur Fertigstellung treiben funktioniert wahrscheinlich auch woanders; in Elspe aber auf jeden Fall.“

 

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„Die beste Lösung“

Das Kleinspielfeld hat eine Größe von 13x20 Metern und entspricht der DFB-Soccerfield-Norm.

Der Soccer-Court der Firma Polytan wird mit einem umlaufenden, schallreduzierenden Bandensystem, einem vier Meter hohen Ballfangzaun und fest installierten Toren (2x3 m) ausgestattet.

Der Kunstrasen (LigaGrass Pro Cool Plus) liegt auf einer 30 mm starken Elastikschicht und soll bei kurzen, schnellen Bewegungen Kraft abbauen. „Wir haben uns für die technisch beste Lösung entschieden“, erläutert Christoph Heimes, „auch wenn andere Firmen hätten zwei Monate eher liefern können.“

Dazu wurde als Erweiterung ein Geräteschuppen gebaut und ein Fahrradständer aufgestellt.

 


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